Die Brut - wachtelwelt

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Die Brut

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Die Kunstbrut

Man kann hier eine Menge schreiben falls man eine Kunstbrut in Betracht zieht, z. B. über die richtige Einstellung des Brüters (Luftfeuchtigkeit, Wendungen, Temperatur und welche Wärmelampen benötigt werden, falls die Küken geschlüpft sind).  


Die Naturbrut


Ich befasse mich aber ausschließlich mit der Naturbrut. Diese hat natürlich auch Vor- und Nachteile, wobei ich sagen muss, dass die Vorteile in meinen Augen überwiegen und auf der Hand liegen – natürlich nur, wenn man nicht auf Profit aus ist (d.h., wenn man nicht zum Leiden der Tiere an den falschen Ecken spart).



Bei der Naturbrut hat die meiste Arbeit die brütende Wachtel – um sie dabei zu unterstützen, sind folgende Punkte zu beachten:


  • Absolute Ruhe der brütenden Wachtelmutter – die Brutzeit dauert 17 Tage (+/- 1 Tag)

  • Die Küken dürfen keinen Kontakt mit anderen Wachteln haben (insbesondere mit den Männchen, da diese die Küken aggressiv tot picken würden).

  • Egal wie putzig die ersten Küken sind die aus dem Nest rauspurzeln, man sollte nie versuchen sich während des Schlupfs einzumischen und abwarten bis das letzte Küken geschlüpft ist, damit die Mutter nicht verschreckt wird, auf ihren Platz bleibt und die anderen Küken/Eier wärmt.

  • Die Höhlen bzw. die Nistplätze sollten so beschaffen sein, dass sich die Küken nach dem Schlupf nicht verirren können (wenn sie z.B. hinter eine Wand laufen, kennen sie evtl. nicht mehr den Weg zu ihrer Mutter zurück, selbst wenn sie nach ihnen ruft).

  • Wachtelküken kühlen sehr schnell aus und man sollte in Erwägung ziehen, dass wenn eines der Küken nach dem Schlupf längere Zeit nicht unter der Mutter liegt (extrem in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden), dass man dieses dann mindestens eine Stunde in der warmen Hand hält, damit es wieder zu Kräften kommen kann. Das haben wir selbst schon zweimal mit einem fast leblosen Küken gemacht und jedes Mal hat es sich nach ca. 15 bis 30 Minuten doch noch einmal aufgerappelt und erholt).

  • Man muss aufpassen, dass das Nest nicht zu groß wird – insgesamt 10 Eier pro Nest fand ich bis jetzt am besten.

  • Wachteln, die durch Naturbrut selbst entstanden sind, zeigen ein viel natürlicheres Verhalten und sind zu ihrem zukünftigen Nachwuchs liebevoller als andere Wachteln.

  • Das Wichtigste, was eine Wachtel dazu animiert zu brüten ist, dass es ihr gut geht und ihr viel "natürliches " wiederfährt in ihrem Leben.

  • Wenn die Küken erst einmal da sind, ist es nicht mehr schwer!

  • Am Anfang des Jahres sollte man eine Henne brüten zu lassen. Das erhöht die Chancen das es viele in dem Jahr machen da sie den Anreiz bekommen.





Vorteile Naturbrut:


  • Das „wirkliche/natürliche“ Verhalten einer Wachtel zu beobachten

  • Keine unnötigen Stromkosten (außer im Winter wegen dem gefrierendem Wasser)

  • Wachtelküken haben eine Mutter, mit der sie schon im Ei kommunizieren (traumhaft wie die Mutter nach den Küken ruft wenn sie schlüpfen)

  • Ein morgendlicher Weckruf eines Hahnes ist schöner als ein Wecker. Wenn die Männchen in den frühen Morgenstunden auf Steinen oder Erhöhungen klettern, geben sie mit ihrem Hahnenschrei ganz schön an (wie ein Proll im BMW :-P)

  • Es ist schön zu sehen, wie lange eine Wachtelmama für ihre Jungen da ist.

  • Ich habe oft im Internet gelesen, dass es sehr schwer ist eine Naturbrut zu haben. Man kann sich wirklich sehr freuen, wenn man das Glück hat, dass es die eigenen Wachteln tun (meine letzten zwei Wachtelmamas haben jeweils acht Küken komplett alleine gebrütet und aufgezogen – ich durfte im letzten Jahr also sechzehn kleine Küken in meiner Voliere begrüßen)(nicht mehr aktuell, es sind mitlerweile viel mehr)



Nachteile einer Naturbrut:


  • Es ist zeitintensiver

  • Es ist erheblich kostenintensiver

  • Weniger Küken

  • Es müssen Hähne vorhanden sind

  • Krähende Hähne können störend sein (ich habe festgestellt meine Hähne von Jahr zu Jahr lauter werden und intensiv krähen)

  • Man braucht viel mehr Platz

  • Es gibt eine Menge Fehlschläge

  • Die Mutter darf so gut wie nicht gestört werden (schwierig mit der Fütterung und Säuberung)

  • Eine Brut und Aufzucht ist sehr stressig für eine Wachtelhenne, denn man muss den Stall/Voliere so konzipieren, dass die Wachtel gut brüten kann, d.h.:

  • die Wachtel muss an einem geschützten Standort ohne Feuchtigkeit brüten (wenn es stark regnet, kann das Wasser das Nest unterspülen, da die Wachteln ihre Nester ja gerne tiefer anlegen)

  • man muss die brütende Mutter einzeln halten, da sie von anderen Wachtelhennen und -hähne gezwungen wird immer mehr Eier anzunehmen. Natürlich wollen die Wachtelhähne die Hennen auch weiterhin treten und vertreiben sie dadurch ständig aus ihrem Nest.

  • die brütende Wachtel muss auch vor zu starker Sonneneinstrahlung geschützt werden

  • die Stelle, an der die Küken schlüpfen muss extrem dicht sein! ! ! Die Küken kommen wirklich durch die kleinsten Ritzen (man muss sich ja nur vorstellen, dass sie vorher zusammengeknüllt in ein Wachtelei gepasst haben)

  • es können wirklich locker 24 Stunden zwischen den ersten und dem letzten Kükenschlupf liegen, da die brütende Mutter z.B. zu Beginn des Brütens auch noch ein Ei einen Tag später in das Nest legen kann. Sie wird es trotzdem ausbrüten und animiert das Küken mit "Lauten" zu schlüpfen.

  • Man kann sich einfach nicht von seinen neuen Küken/Wachteln trennen!

  • Da die Brutzeit eine sehr arbeitsintensive Zeit ist, kann man für den Verkauf von Wachteleiern bzw. Wachteln keinen normalen Preis verlangen. Eine "artgerechte" Haltungsform ist kostspielig und diese Preise zahlt dann auch kaum jemand.

 
 
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