Das leben der Hinki M - wachtelwelt

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Das leben der Hinki M

Wachtelgeschichten

Das leben der Hinki M.

Piep Piep Piep. Hallo ? Ist da jemand? Da piepen doch noch mehr genauso wie ich. Ich glaube ich picke jetzt mal die Schale auf um zu schauen wer da noch so ist. Ach du je, dass schaff ich nie, aber es wird jetzt wirklich Zeit. Hier ist kein Platz mehr drin und außerdem bekomme ich Hunger.

Ich glaube ich schaffe es wirklich nicht, ich kann nicht mehr, die Schale ist einfach zu fest. Es ist noch nicht einmal die Hälfte geschafft und ich kann nicht mehr. Aber ich muss weiter machen. Wenn ich mir noch mehr Zeit lasse werde ich es wahrscheinlich niemals schaffen.
Hurra ich bin durch. Ich muss mich ausruhen.....

Mein Bild von der Außenwelt ist verschwommen, aber es wird immer klarer und so langsam werde ich richtig putzig. Es ist soweit, ich hebe meinen Kopf, da ich schon ständig Tritte abbekommen habe. Oje hier ist aber ein Gewusel. Ich piepe mal und schau ob hier jemand verantwortlich ist. Ich sehe um mir eine Menge Eier, ein paar sind zu und manche offen. In einigen liegen ein paar Geschwisterchen von mir. Leider haben es nicht alle geschafft.

Als meine Gedanken darüber kreisen wo ich bin und was ich hier mache, denke ich immer noch darüber, wo derjenige ist der mich in diese engen Zelle gesperrt hat und mich hier so mollig warm hält, aber so jemand wie meine Mutter sehe ich leider nicht… traurig überlege ich weiter was ich hier mache mit so vielen von meiner Sorte… ich kann mich kaum konzentrieren weil ständig jemand an mich rempelt. Ich werde immer nervöser, da ich hier irgendwie keinen Ausgang sehe und wir schon ganz schoen viele hier sind. Was soll ich jetzt machen? Als ich mir diese Frage stellte knackt es ganz laut und es wird sofort sehr kühl. Eine große Hand kommt zu meinen Geschwistern und nimmt sie raus aus dieser schönen warmen Kiste. Als ich an der Reihe war hab ich versucht mich zu wehren aber hatte natürlich keine Chance.

Jetzt bin ich in einer großen Kiste. Ich habe immer noch Hunger und auch immer noch Durst. Kann mir mal jemand bitte zeigen was ich essen soll? Ich picke jetzt an allem rum was hier liegt, bevor die anderen hier mir noch was wegschnappen.
Aha, da sehe ich doch schon drei andere Wachteln in einer Schale rum picken. Also nix wie hin . Jetzt heißt es durchkämpfen und vor allem Beeilung, da mir doch ganz schön kalt wird.
Als ich dann das Futter erreiche geht es heiß her - ein Getümmel hier, man glaubt es kaum. So, das Wasser habe ich jetzt auch gefunden und mir wird immer kälter. Hinten im Eck leuchtet ein Rotes Licht und die anderen sitzen schon in der Nähe. Was es wohl auf sich hat mit diesem Licht?
Ich gehe drauf zu und merke, dass es zum Glück warm wird. Aber die guten Plätze sind leider schon vergeben, also kuschel ich mich an die anderen, so dass ich auch noch etwas Wärme erhasche.

Leider weiß ich gar nicht ob es draußen Tag oder Nacht ist. Die rote Lampe leuchtet ja den ganzen Tag. Jetzt bin ich mal gespannt wie es weiter geht. Ich komm ja gar nicht raus aus der Kiste und ich muss sagen sie wird ganz schön eng. Ich werde immer größer und die anderen auch. So langsam bekomme ich wirklich Platzangst.

Ich warte ab - obwohl ich kaum noch stehen kann in meiner Kiste, wir sind wirklich sehr viel. Ein Glück kam dann doch noch die große Hand und nahm uns raus aus dieser Kiste, aber besser wurde es auch nicht -  ich wurde nur in einem Käfig gesteckt, alles nur Gitter. Ich will mich ja nicht beschweren aber das macht mir keinen Spaß hier. Das einzig gute was ich dem Ganzen abgewinnen kann ist, dass ich endlich mal ein paar Blicke nach draußen erhaschen kann, falls die anderen ein bisschen Platz machen und mich lassen.

Ich habe mitbekommen, dass viele meiner Artgenossen auch hier sind. Wer wohl meine Mutter ist? Ich werde langsam immer böser zu den anderen, da sie nie Platz machen damit ich richtig rausschauen kann. Meine Beine tun mir schon weh und ich merke, dass andere langsam durchdrehen und aufeinander einhacken. Ich bekomme immer wieder einen Schnabel auf den Kopf ab. Ich versuche mich zu wehren und werde auch immer aggressiver, dann merken die anderen, dass ich so etwas nicht dulde. Wenn wir weiter dort bleiben glaube ich, dass ich das nicht überstehe. Ich sehe mich immer weniger um, da schon einige meiner Geschwister gestorben sind.  Wenn ich mich hier so umschaue hoffe ich, dass es mit mir schnell zu Ende geht. Ich will auf keinen Fall so enden wie die junge Dame neben mir. Sie hat gar keine Federn mehr am ganzen Kopf und sie blutet auch schon.

Die Tage werden immer Schlimmer. Ich halte noch ganz gut durch. Es könnte ja auch noch schlimmer sein.

Nanu? Was ist denn jetzt los. Ich seeh wie meine Geschwister in einen extra Käfig gesperrt werden. Ich weiss nicht, es sieht wohl so aus als ob etwas mit Ihnen geschieht. Ich weiss nicht ob ich darauf hoffen soll, dass mich die Hand auch rausnimmt und in den extra Käfig sperrt, da hier viele Gerüchte im Umlauf sind. Die alten Wachteln sagen, dass die jungen Wachteln, die das hier verlassen wohl geschlachtet werden. Ich habe erst nicht versanden was sie meinen. Dann erklärte man mir, dass fast alle Männchen geschlachtet werden weil sie keine Eier legen. Das erklärt auch, dass die Hand alle von uns kurz rausnimmt und manche kamen kommen dann wieder zurück und manche nicht. Ich weiß immer noch nicht ob ich Glück hatte, dass ich wieder zurückgesetzt wurde.

Jetzt  ist es soweit. Ich habe festgestellt das viel Mädels noch da sind, aber kaum noch Männlein. Die Hand kam wieder und griff sich einen nach dem anderen und steckte uns in Kiste. Ich dachte, jetzt ist alles vorbei. Aber ich hatte gar keine Zeit um richtig nachzudenken, da es hier drin so schwierig ist richtig zu stehen. Die Kiste wackelt ständig und beutelt uns hier und her.

Als das wackeln endlich aufhört, kann ich sehen, dass wir auf einem Mark sind. Hier gibt es eine ganze Menge zu sehen. Ganz viele unterschiedliche Tiere, die ich aber leider alle noch nicht kenne. Ich glaube, uns wird jemand mitnehmen, da hin und wieder die Hand reinkommt und uns in eine Kiste zu einer anderen Person gibt. Wir hoffen alle, dass es uns an unserem neuen Ort gut gehen wird. Leider habe ich mitbekommen, das einer sagte, er bräuchte Männchen, damit er Sie essen kann. Ich weiß noch, dass ich ein Weibchen bin und ich trotzdem nicht glücklich darüber war. Alle meine Brüder die jetzt unseren Käfig verlassen, werden wohl nicht mehr lange leben.

Ich steh jetzt hier schon eine Weile es sind nicht mehr die schönsten unter uns dabei, soviel habe ich auch mitbekommen. Und ich? Mich nimmt bestimmt keiner, ich habe einen schiefen Hals und bin auch nicht die aller Schönste. Jetzt sind nur noch ein paar von meinen Geschwistern hier.

Jetzt sehe ich von weiten wie Sich ein junger bärtiger Mann mit seiner Freundin nähert. Die Freundin bleibt kurz an dem Stand stehen an dem es Honig zu kaufen gibt. Hilfe Hilfe! Der Mann glotzt mich an und zeigt mit den Finger auf mich. Dann kommt auch noch die Freundin hinzu mit einem Karton, in der Hand das Honigglas.
Sie stellt den Karton ab und es öffnet sich die Tür meiner Kiste - vor lauter Panik, so wie die zwei mich anschauen, versuche ich einen Senkrechtstart um abzuhauen. Da ich sowas noch nie gemacht habe, ging das natürlich völlig schief und ich landete direkt neben den Honigglas in die Hände der Frau. Bis ich mich sammeln konnte, war ich auch schon in der Kiste mit achtzehn weiteren meiner eeiblichen Geschwister. Nachdem wir alle in der Kiste waren, kamen auch noch drei junge Männlein hinzum. Die waren zum Glück ganz nett und hatten auch Angst.

Als die Kiste eine Weile wackelte ging sie auf einmal auf. Wir waren völlig fertig. Der Bärtige hat die Kiste vorsichtig an der Seite aufgemacht und hat uns dann einfach hier stehen lassen. Mir gingen 100 Gedanken durch den Kopf. Was mach ich hier? Wo soll ich hin? Ist das jetzt mein Ende?.....

Es wurde langsam dunkel und ich weiß immer noch nicht was los ist. Wir sitzen hier rum und warten. Es war sehr ruhig. Als es langsam hell wurde, konnte ich meine Gedanken ordnen und habe festgestellt, dass ich in einem Stall bin. Ich habe Hunger und Durst. Zum Glück stand schon alles da. Ich aß und wartete ab. Ich sah etwas wie gelbe Körner hinten im Eck, ich tastete mich langsam dort hin. Ich sprang rein. Es war
paradiesisch. Ich putzte mich wie von Sinnen und habe keine Ahnung woher ich weiß, dass ich das machen muss. Ich weiß es einfach. Es tut einfach gut.
Es hat nicht lange gedauert dann haben wir alle hier in den gelben Körnern (die man übrigens Sand nennt, stellte ich später raus) gebadet. Es war herrlich. Alle freuten sich und keiner war mehr böse und pickte den anderen. Als ich dann langsam genug hatte vom vielen baden und die anderen ja auch noch dran kommen wollen, dachte ich bei mir, jetzt geh ich doch mal zu den Fenstern und schau mal was da alles los ist.
Ich schaute raus und entdeckte einen riesen Garten in der eine Menge los war. Alle die ich da draußen sehe, sehen ganz schön gefährlich aus. Hund, Katze und die Menschen mit ihren riesen Händen. Ich hoffte nur, dass die hier nicht rein kommen und uns etwas antun.

Ich weiß jetzt, dass es ziemlich regelmäßig dunkel und hell wird. Hin und wieder gehen große Türen an der Wand auf und man schaut uns an und gibt uns Futter und Wasser und macht den Sand sauber. Einfach schön. Ich merke auch langsam wie schnell ich rennen kann und vor allem trainiere ich jetzt meine Flügel und flattere hin und wieder mal. Soviel Platz hatte ich noch nie. Es ist herrlich.
Als am dritten Tag auf einmal eine Kleine Tür in der Nähe des Bodens aufging dachte ich mir nichts dabei. Bis jetzt kam nie etwas Schlechtes. Ich machte mir nur etwas Sorgen, dass sie nicht wieder zu gemacht wird. Nach einer Weile dachte ich mir, wenn hier jemand rein kommt, dann sind wir alle tot. Zum späten Abend dann, trauten sich die ersten rauszugehen. Geschaut hat jeder schon eine ganze Weile aber rauszugehen hat sich dann doch keiner getraut.

Ich hatte die ganze Nacht Angst und starrte auf den Ausgang, da schon fünf von uns draußen waren und nicht wieder kamen. Am nächsten Morgen war ich ein wenig schlapp, da ich die Tür im Auge behielt. Als es langsam immer heller wurde  bin ich zur Tür gegangen und habe rausgeschaut. Ich Sah den Bärtigen wie er etwas in der Voliere warf.

Alle schauten verdutzt die das mit angesehen haben. Der Bärtige ging dann wieder und saß auf einer Bank außerhalb der Voliere. Daneben hat sich dann auch noch seine Freundin gesetzt und sie tranken beide Kaffee. Als ich merkte, dass die Luft rein war, ging ich auch nach draußen. Ich schaute mich vorsichtig um und bemerkte, dass der Bärtige Körner verteilt hatte. Jetzt ging die Jagd nach Körnern richtig los – die restlichen von uns haben das natürlich auch mitbekommen. Es wurde gepickt und langsam versucht zu flattern.

So langsam merkten wir, dass es hier herrlich war. Na gut, abends war es nicht ganz so schön warm, aber trotzdem war es herrlich. Wir gingen abends gar nicht mehr rein.  Wir schliefen immer draußen und warteten auf das was der nächste Tag bringt.
Eines Abends als wir alle schon schliefen, hörte ich ein leichtes Klopfen. Ich konnte nicht zu ordnen, was das zu bedeuten hatte. Es dauerte nur Sekunden und das klopfen wurde immer stärker. Ich saß zum Glück unter einem Vordach und bemerkte, dass alle sehr verdutzt schauten. Es regnete.
Es kam einfach so Wasser vom Himmel. Keiner wusste was zu tun war - ich blieb hier sitzen, da ich nicht nass werden wollte. Die meisten von uns wussten nicht was mit ihnen geschieht und verharrten regungslos. Der Regen hörte wieder auf. Und man konnte sich ja vorstellen was das für ein Gesprächsthema bei uns am nächsten Tag war.

Die Tage vergingen es blieb immer länger hell,  wir legten alle schon fleißig Eier, aber leider wusste keiner damit was anzufangen. Ich legte sie überall hin wie mir gerade danach war.
Das Jahr ging vorüber und ich bin froh das die Männchen jetzt langsam nicht mehr so aufdringlich werden. Uns ging es wunderbar als die Tage wieder kürzer wurden. Bis auf die Männchen, die nervten immer noch ganz schön. Ich lasse mich doch nicht jedes mal besteigen. Ich picke sie immer aggressiv weg, da ich mir nichts gefallen lasse.
Als die Tage noch kürzer und kälter wurden, hörten wir alle auf Eier zu legen.  Die Männchen haben uns dann gar nicht mehr bestiegen. Wir waren heil froh, da manche ganz schön unter den Herrschaften litten.

Jetzt auf einmal hab ich die Welt nicht mehr verstanden, es war sehr kalt und es fing an dicke weiße Flocken vom Himmel zu schneien. Wir waren selten draußen, aber die die bei diesen Wetter draußen waren, saßen regungslos im Schnee. Tagsüber haben wir uns im Winter fast alle nur noch im Stall aufgehalten. Ich bemerkte, dass der Bärtige wenn es sehr kalt wurde, uns alle durch die ganze Voliere gescheucht hat bis alle im Stall waren. Er verschloss über Nacht die Tür. Keiner konnte mehr raus. Mich störte es nicht. Manch anderen schon, da sie immer draußen sein wollten, auch bei sehr niedrigen Temperaturen. Jetzt war es schwer trinken zu finden aber im Stall hatten wir immer ein schönes warmes Getränk. Sonst hätten wir wohl noch Schnee essen müssen. Probiert habe ich ihn, aber so toll war er für mich nicht.

Als die Tage wieder länger wurden, waren alle nervös auf das was nach dem Schnee kommt. Die Männchen wurden immer nervöser und scharrten mit den Krallen. Sie schauten uns Damen immer komischer an und wir wussten alle, dass es bald wieder los geht mit dem besteigen. Ich habe mir vorgenommen nicht alles zu tolerieren.
Das neue Jahr begann und es ging wieder los mit dem Eier legen und dem „Versteckspiel“ mit dem Männchen. Sie waren zu dritt und wir Damen waren neunzehn an der Zahl und hatten trotzdem ganz schön zu tun. Ich beobachtete, dass manche von uns Ihre Eier immer gezielter in so tiefere Stellen legten und hin und wieder daran rum zupften. Irgendwann stellte ich außerdem fest, dass sich zum Jahresende eine darauf setzte. Was das wohl zu bedeuten hat? Ich konnte leider nicht erkennen was sie dort trieb, da man sie von uns trennte. Der Bärtige hat einfach etwas drum rum gebaut und keiner wusste mehr Bescheid.

Einige Tage später bekamen wir dann besuch von einem stattlichen jungen Hahn, der es auch gleich wissen wollte. Ein Glück dachte ich mir, geht das Jahr vorüber und wir haben nicht noch mal dieses Problem mit diesen jungen wilden Kerlen die immer weniger Respekt haben vor uns Damen. Der zweite Winter stand nun vor der Tür und es lief ab wie im Winter davor. Sehr kalt aber trotzdem mag ich es wenn alle hier mal ein paar Gänge zurück schalten und wir alle mal ganz vernünftig nebeneinander liegen können. Bis zum Frühling war wieder alles gut und das neue Jahr stand bevor. Ich freute mich schon darauf, da mir Mutti erzählt hatte was mit ihr geschah und ich dachte von mir, das ich so etwas wohl nie machen werde. Sie sagte mir, dass sie gebrütet hatte und daher der neue junge Mann jetzt hier sei. Sie nannten Ihn Caipi.

Die Männchen krähten wie die Wilden und die Tage wurden wieder kürzer. Ich merke es jetzt auch schon langsam in meinen Knochen, dass ich älter werde. Mein Gefieder ist auch nicht mehr das schönste wie bei den jungen Neulingen, die mir wirklich langsam auf den Geist gehen. Ich werde ganz schön böse zu ihnen, wenn Sie denken sie können alles machen. Ich picke sie weg, aber ich merke schon, dass sie viel mehr Ausdauer haben als ich. Ich freue mich wirklich schon auf den Winter, damit ich das nicht mehr aushalten muss. Dennoch, unter den ganzen Strapazen verspürte auch ich einen Drang Mutter zu werden. Also habe ich Eier, genauso wie die Mutti, in ein Eck gelegt und als ich dies ein paarmal wiederholte, habe ich mich darauf gesetzt. Ich saß und saß und saß. Zum Glück kam niemand mehr hier zu mir rein. Der Bärtige hatte ein Gitter vor mir angebracht damit ich meine Ruhe hatte. Als die Tage verstrichen und sich nichts regte unter mir, wurde ich zunehmend trauriger. Was mache ich bloß falsch? Als der 19. Tag kam hat der Bärtige einfach das Gitter weggemacht und mein schönes Nest aufgelöst. Ich hätte immer noch gebrütet, ich wollte es einfach nicht wahr haben, dass ich das nicht auch schaffe. Alles, wirklich alles wurde weggemacht jedes einzelne Ei und mein ganzes schönes Stroh, welches ich immer wieder neu anordnete. Ich war traurig und ganz schön geschafft. Und so langsam wurde es auch wieder kälter und die anderen und ich legten keine Eier mehr und es wurde ruhiger um uns.
Der dritte Winter stand bevor und ich merkte mein Alter ganz schön in den Knochen. So langsam machte ich mir Sorgen, da ich die jungen Hüpfer die dazukamen wirklich beneidete, die saßen im Schnee und störten sich gar nicht daran. Mir war es an manchen Tagen draußen einfach zu kalt.

Nach einer Weile bei der Kälte ging ich fast gar nicht mehr raus. Ich fror einfach zu stark. Eines Abends war es mir sehr kalt und ich schloss meine Augen und legte mich schlafen und merkte das ich langsam nicht mehr aufstehen kann. Mein atmen fiel mir schwer und ich merkte, dass mein Herz auch nicht mehr so richtig schlagen will. Ich schlief ein und wachte nicht mehr auf.  
Der Bärtige nahm mich ganz vorsichtig und legte mich in eine Schachtel ausgebettet mit Stroh. Er war eine Weile weg und pflückte ganz kleine Blüten die er auf mich legte. Er baute ein kleines Kreuz, grub ein Loch und schloss den Deckel der Schachtel.
Seine Frau und er standen vor dem Loch und sagten: „Mach´s gut, wir werden dich sehr vermissen“.

Und der Bärtige begrub mich.

 
 
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